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Dienstag, 08. Dezember 2015

Die Würgegeräusche beginnen nahezu zeitgleich mit dem Wecker. Kein Drama - Kotze ist nicht mein Job, dafür bin ich verheiratet. Also kann ich noch ein bisschen liegen bleiben, während der Göttergatte sich aus dem Bett quält und die Hinterlassenschaft des Teufelhundes zwischen Bett und Tür wegputzt. Dann gegen die Tür stösst, an der meine gestern sorgsam ausgewählten Klamotten für den heutigen Tag hängen ...

Früher stand ich um 6 Uhr morgens auf, zog meine Joggingsachen an und lief erstmal 1/2 Stunde mit den damals 3 Hunden. Dann gab es einen Kaffee, eine Dusche, gebügelt im Schrank hängende Kleidung, aus der ich auswählen konnte - und um 8 war ich im Büro.

Heutzutage beginnt der Tag am Abend vorher, indem aus dem Berg ungebügelter Wäsche - so hoch getürmt, dass man zum Besteigen wahrscheinlich schon ein Sauerstoffgerät braucht - ausgewählt wird, was frau und Kinder am nächsten Tag anziehen wollen oder sollen. Und diese meine gestern sorgsam am Kleiderhaken an der Schlafzimmertür bereit gehängten Klamotten stürzen jetzt ab. In die Hundekotze. Das war's dann mit der weissen Bluse. Und den Pulli von gestern, den ich notfalls nochmal hätte anziehen können, hat es auch erwischt. 

Die Bluse geht zur Vorwäsche unter die Dusche, wovon Kind Nr. 1 wach wird. Schön wäre es gewesen, wenn er noch 1/2 Stunde länger geschlafen hätte, aber so haben wir jetzt 1/2 Stunde Zeit, über seinen Brotbelag für's Frühstück zu diskutieren, während ich die Spülmaschine ausräume und der Gatte die Hunde rauslässt. Wunderbarerweise ist das Brot tatsächlich auch aufgegessen, bis Kind Nr. 2 eine Stunde später aus dem Bett kriecht und sich bei der Frage, was er frühstücken will, gleich wieder kreischend auf den Boden wirft. Gut, gibt es halt ein Brot mehr in die Brotdose für den Kindergarten.

Den Wäscheberg habe ich zwischendurch bis fast auf den Grund abgetragen und tatsächlich eine für den Tag taugliche Bluse gefunden. Ich bin ja dank der Arbeitsteilung privilegiert, kann Bügeln, während mein Mann das Zähneputzen der Kinder überwacht. Und selber zähneputzen und duschen, während er das Anziehen überwacht. Und mich selber anziehen, während er sie ins Auto bringt, reinsetzt und anschnallt.

Manchmal versuche ich mir vorzustellen, wie alleinerziehende Mütter ihren Morgen bewältigen. Und ihren Tag. Aber meine sonst recht lebhafte Phantasie verweigert hierbei kategorisch jedwede Mitwirkung und wird sofort schreckensstarr. Gottseidank bin ich in dieser Hinsicht wirklich privilegiert! 

8.12.15 09:32
 



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